40 Jahre Kinderkleidermarkt Affalterbach

 

Der Kinderkleidermarkt Affalterbach feierte mit seinem Herbstmarkt im September sein 40-jähriges Jubiläum.

 

Wie alles begann …

Was heute die Krabbelgruppe ist, hieß 1979 in Affalterbach „Mütter helfen Müttern“. Eine Gruppe junger Mütter traf sich einmal in der Woche, um sich auszutauschen, gemeinsame Unternehmungen mit und ohne Kinder zu machen, Kreatives zu erlernen und Veranstaltungen zu besuchen. Diese Gruppe hatte die Idee getragene, aber gut erhaltene Kleidung und Spielsachen ihrer Kinder zu verkaufen. Gesagt, getan – und so fand noch im selben Jahr im Herbst der erste Verkauf im katholischen Gemeindehaus statt. Gerade mal 8 Verkäuferinnen boten ihre eigenen Sachen einzeln auf einem Tisch zum Verkauf an.

 

 

 

Zu Beginn war es gar nicht so einfach, denn für viele Einkäufer war es unangenehm etwas Getragenes und bereits Bespieltes zu kaufen. Die Sachen wurden kritisch beäugt und genau unter die Lupe genommen. Trotzdem hielt das Mutterteam an der Idee fest und gab nicht auf.

 

 

 

Und so fanden weitere Verkäufe dann im Feuerwehrgerätehaus in Affalterbach statt. Da es Verkäuferinnen gab, die teilweise auch aus Scham nicht selbst hinter dem Tisch stehen und ihre eigenen Sachen verkaufen wollten, entwickelte die Müttergruppe ein neues Konzept: neben dem Selbstverkauf  nahmen sie auch Kleidung, Spielsachen und Bücher auf Kommission an. Das erste „Regelwerk“ wurde aufgestellt, wie die Kleidungsstücke auszuzeichnen waren, Nummernvergabe, Annahme und Abholung, Abrechnung, Gestaltung und das Schreiben der Plakate. Damals wurden die Plakate noch von Hand geschrieben, eigenhändig bunt ausgemalt, verteilt und aufgehängt.

 

 

 

Solche Kleidermärkte gab es damals nicht und so musste alles selbst überlegt, organisiert, geschrieben und umgesetzt werden. Schon von Beginn an war klar, dass ein gewisser Prozentsatz des Umsatzes an eine wohltätige Sache gespendet wird.

 

 

 

Jahr für Jahr wurde am Konzept weiter optimiert. Da die Mischform zu umfangreich und kompliziert war, wurde aus dem Affalterbacher Kleidermarkt ein komplett sortierter Markt, wie er auch heute noch durchgeführt wird.

 

 

 

Vom Feuerwehrhaus wechselte das Team mit mittlerweile etwas mehr Helferinnen für kurze Zeit in die Lemberghalle und ab Herbst 1983 in das evangelische Gemeindehaus in Affalterbach.

 

 

 

Mit der Zeit sprach sich die Art und Weise des Kinderkleidermarktes herum. Skepsis und Scham verschwanden und der Markt freute sich immer größerer Beliebtheit. So wuchs die Helferinnenzahl, die Menschenschlangen vor der Eingangstür wurden immer länger und der Erlös immer größer. Das Interesse war geweckt, auch über die Dorfgrenze hinaus. Die ersten Gruppen aus Steinheim und Erdmannhausen fragten in Affalterbach nach Tipps, wie man so einen Kleidermarkt organisiert. Was in Affalterbach im Herbst 1979 begann, verbreitete sich nach und nach durch den ganzen Kreis und heute findet man die Kinderkleidermärkte in fast jeder Ortschaft.

 

 

 

1999 zog der Kinderkleidermarkt in die Kelter, damals mit ca. 30 Helferinnen. Dort blieb er am längsten, was auf 3 Etagen nicht immer ganz einfach war, aber die Kelter hatte einfach Flair. 2014 musste der Kleidermarkt wegen neuen Brandschutzauflagen in die Lemberghalle umziehen, in der er bis heute zwei Mal im Jahr stattfindet. 80 Helferinnen sind es inzwischen und 100 Nummern werden extern vergeben. Die Plakate sind mittlerweile fachmännisch gestaltet und gedruckt, es gibt eine Homepage, die Nummernvergabe findet digital statt und letztes Jahr wurde ein neues Kassenabrechnungssystem eingeführt.

 

 

 

Auch wenn am Konzept ständig weiter optimiert wird, hat sich eine Sachen seit 40 Jahren nicht verändert: Der Kinderkleidermarkt steht und fällt mit den Menschen, die sich dafür engagieren. Ein herzliches Dankeschön an alle, die den Kinderkleidermarkt Affalterbach in seinen 40 Jahren unterstützt haben.

 

 

 

Am 11.10.2019 fand ein Jubiläumsabend im Waldeck in Affalterbach statt, zu dem Gründungsmitglieder, aktuelle Helferinnen und Helferinnen aus den Jahren dazwischen kamen. Es war ein toller Abend mit vielen netten Gesprächen und Erinnerungen an frühere Märkte.